Geestferkel GmbH: Großteil der Standorte innerhalb einer Woche an neue Betreiber übergeben
- 5. Aug.
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Wildeshausen, 5. August 2026. Im vorläufigen Insolvenzverfahren der Geestferkel GmbH ist innerhalb weniger Tage ein wesentlicher Teilerfolg erzielt worden. Bis auf acht Standorte beziehungsweise Standortgruppen konnten die übrigen Betriebe am heutigen Tag an neue Betreiber übergeben werden.
Die neuen Betreiber führen die jeweiligen Stallanlagen ab sofort auf eigene Rechnung weiter. Sie übernehmen insbesondere die laufenden Kosten für Personal, Futtermittel, tierärztliche Versorgung, Energie und die weiteren für den ordnungsgemäßen Betrieb erforderlichen Leistungen.
Damit konnte für einen erheblichen Teil der Unternehmensstruktur kurzfristig eine tragfähige Lösung geschaffen werden. Die Versorgung der Tiere ist an diesen Standorten gesichert, zugleich wird die Geestferkel GmbH von den weiteren laufenden Kosten der übernommenen Betriebe entlastet.
Lage veränderte sich teilweise im Minutentakt
Die vorläufige Insolvenzverwaltung unter Rechtsanwalt Dr. Moritz Sponagel sowie die Betriebsfortführung unter Leitung von André Zimmermann und Ralf Masuth arbeiteten seit Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung nahezu rund um die Uhr an der Stabilisierung der Unternehmensgruppe.
Die Situation veränderte sich teilweise im Minutentakt. Innerhalb nur einer Woche mussten unter anderem:
die Tierbestände an mehr als 20 Standorten aufgenommen,
Futter- und Tierarztleistungen kurzfristig organisiert,
Lieferanten und Gläubiger eingebunden,
Veterinärbehörden in vier Bundesländern informiert,
Sicherungs- und Eigentumsrechte geprüft,
sowie neue Betreiber-, Pacht- und Übernahmelösungen entwickelt werden.
Die gesamte Unternehmensstruktur umfasst nach der aktuellen Bestandsaufnahme rund:
29.000 Sauen und Jungsauen,
52.000 Saug- beziehungsweise Babyferkel,
90.000 größere Ferkel,
sowie 32.551 Mastschweine.
„Bei Tierhaltungsunternehmen muss jede Entscheidung deutlich schneller getroffen werden als in einem gewöhnlichen Insolvenzverfahren. Tiere können nicht warten, bis Zuständigkeiten, Sicherheiten und Verträge über Wochen abschließend geprüft sind. Futter, Wasser, Betreuung und tierärztliche Versorgung müssen jeden Tag gewährleistet werden“, erklärt der leitende Verfahrenskoordinator André Zimmermann.
Acht Standorte verbleiben zunächst bei der Geestferkel GmbH
Für acht Standorte beziehungsweise Standortgruppen konnte bislang noch keine abschließende Betreiberlösung umgesetzt werden. Dies betrifft derzeit:
die kleineren Stallanlagen am Unternehmenssitz in Wildeshausen,
Passow,
Groß Roge,
Schwasdorf,
Bindfelde,
Dahlen,
Wasmerslage,
sowie Pretzsch.
Diese Betriebe werden zunächst weiterhin durch die Geestferkel GmbH geführt. Für mehrere dieser Standorte befinden sich weitere Übernahme- und Fortführungslösungen bereits in Vorbereitung.
Parallel werden gemeinsam mit den zuständigen Veterinärämtern standortbezogene Abverkaufs- und Bestandsreduzierungspläne erarbeitet. Die Landkreise und Veterinärbehörden werden in die weitere Sicherstellung der Versorgung eng eingebunden.
Aufgrund der fehlenden freien Liquidität muss der Tierbestand an den verbleibenden Standorten kurzfristig und geordnet reduziert werden. Ziel ist ausdrücklich kein unkontrollierter Notverkauf, sondern eine tierwohlgerechte und wirtschaftlich möglichst sinnvolle Vermarktung der jeweiligen Tiergruppen.
Betriebe bereits vor der Insolvenz erheblich belastet
Die ersten Bestandsaufnahmen haben gezeigt, dass sich mehrere Betriebe bereits bei Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens in einem deutlich angespannten Zustand befanden.
Teilweise fehlten notwendige Betriebs- und Verbrauchsmittel. Erforderliche Reparaturen und Wartungsarbeiten waren nicht vollständig durchgeführt worden. An einzelnen Standorten bestanden erhebliche Rückstände bei der Gülleabfuhr und bei weiteren technischen beziehungsweise organisatorischen Maßnahmen.
Eine konkrete Unterversorgung oder bereits eingetretene allgemeine Gefährdung des Tierwohls wurde nach den bisherigen tierärztlichen Feststellungen nicht festgestellt. Ohne das sofortige Eingreifen der Betriebsfortführung wäre die Versorgung aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel jedoch innerhalb kürzester Zeit nicht mehr gewährleistet gewesen.
In den vergangenen Tagen wurden deshalb so viele akute Probleme wie möglich behoben. Dazu gehörten unter anderem:
kurzfristige Futterbestellungen,
die Sicherstellung der tierärztlichen Betreuung,
Gülleabfuhren,
technische Notmaßnahmen,
die Stabilisierung der Personalabdeckung,
sowie die Wiederherstellung geordneter Freigabe- und Zahlungsabläufe.
Große gemeinsame Leistung aller Beteiligten
Der nun erreichte Zwischenstand ist nach Einschätzung der vorläufigen Insolvenzverwaltung angesichts der Ausgangslage ein erheblicher Erfolg.
Innerhalb einer Woche konnten große Teile der Unternehmensstruktur geordnet auf neue Betreiber übertragen werden, ohne dass es bislang zu einer unkontrollierten Auflösung der Tierbestände oder zu umfassenden Entlassungen kommen musste.
„Diese Entwicklung war nur möglich, weil Mitarbeiter, Geschäftsführung, Gläubiger, Lieferanten, Tierärzte, Behörden und potenzielle Betreiber trotz unterschiedlichster Interessen an kurzfristigen Lösungen gearbeitet haben. Die Lage war und ist weiterhin schwierig. Der heutige Stand zeigt jedoch, dass auch in einer solchen Ausnahmesituation verantwortungsvolle Lösungen möglich sind“, so Zimmermann.
Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geestferkel GmbH, die die Versorgung der Tiere und die Betriebsabläufe trotz erheblicher persönlicher Belastungen aufrechterhalten haben.
Weitere Verhandlungen nach Verfahrenseröffnung
Die jetzt umgesetzten Betreiberlösungen dienen zunächst der kurzfristigen Sicherstellung der Betriebsführung und des Tierwohls.
Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens sollen die jeweiligen Kauf-, Übernahme- und Verwertungsoptionen anhand der vollständigen rechtlichen und wirtschaftlichen Unterlagen geprüft werden. Die weiteren Entscheidungen erfolgen in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter, dem Gläubigerausschuss und dem Insolvenzgericht.
Für die verbleibenden acht Standorte arbeitet die vorläufige Insolvenzverwaltung weiterhin mit hoher Priorität an Lösungen.
Oberstes Ziel bleibt, die Tiere zuverlässig zu versorgen, die Bestände geordnet zu reduzieren und die vorhandenen betrieblichen Werte im Interesse der Beschäftigten und der Gläubigergesamtheit bestmöglich zu erhalten.
Presseanfragen
André ZimmermannLeitung und Koordination der Betriebsfortführungim Namen und im Auftrag des vorläufigen InsolvenzverwaltersRechtsanwalt Dr. Moritz Sponagel
INTERIM MVE-Mail: geestferkel@interimmv.deInternet: www.interimmv.de/presse




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