Gläubiger stimmen Fortführung der BLF Schweineaufzucht GmbH und der MV Babyporc GmbH einstimmig zu
- 17. Juni
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Berichts- und Prüfungstermin vor dem Amtsgericht Rostock – Insolvenzverwalter sieht weiterhin gute Perspektive für hohe Gläubigerbefriedigung
Rostock / Waren (Müritz), 16.06.2026

In den Insolvenzverfahren über das Vermögen der BLF Schweineaufzucht GmbH mit Sitz in Bernitt sowie der MV Babyporc GmbH mit Sitz in Gnoien fand heute vor dem zuständigen Insolvenzgericht Rostock der Berichts- und Prüfungstermin statt.
Die anwesenden Gläubiger haben dabei einstimmig beschlossen, die beiden Betriebe fortzuführen. Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Stephan Zickuhr von der Kanzlei Dr. Backhaus & Weidemann aus Waren (Müritz) hatte zuvor über den Stand der Verfahren, die bisherige Betriebsfortführung sowie die bestehenden Fortführungs- und Verwertungsoptionen berichtet.
„Die einstimmige Zustimmung der Gläubiger zur Fortführung ist ein wichtiges Signal für die Betriebe, die Mitarbeiter, die Geschäftspartner und die Region“, erklärt Insolvenzverwalter Stephan Zickuhr. „Nach derzeitigem Stand gehen wir weiterhin von einer sehr hohen Gläubigerbefriedigung aus. Gleichwohl ist die weitere Entwicklung stark von der aktuellen Marktlage und den nächsten Verfahrensschritten abhängig.“
Die Verfahren betreffen zwei eng miteinander verbundene Schweinezucht- und Schweineaufzuchtbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Die MV Babyporc GmbH betreibt am Standort Gnoien eine auf Ferkelerzeugung ausgerichtete Anlage. Die BLF Schweineaufzucht GmbH betreibt Anlagen in Bernitt und Viezen; zudem ist am Standort Bernitt eine Biogasanlage Bestandteil des betrieblichen Gesamtkonzeptes. Zusammen geht es um mehrere tausend Sauenplätze und eine jährliche Produktionskapazität von deutlich über 100.000 Ferkeln.
Anders als in anderen aktuell im Bundesgebiet geführten Verfahren wurde der Tierbestand in den vergangenen Monaten nicht gezielt heruntergefahren. Vielmehr wurde die Produktion stabilisiert und der Bestand durch gezielte Zukäufe wieder gestärkt. Nach derzeitigem Stand bewegen sich die Bestände wieder in Richtung einer betrieblich sinnvollen Auslastung der vorhandenen Stallkapazitäten.
André Zimmermann von interimMV, der die operative und kaufmännische Betriebsfortführung koordiniert, betont: „Die Standorte Gnoien und Viezen sind aus unserer Sicht sehr zukunftsfähig. In den vergangenen Monaten wurden trotz der schwierigen Rahmenbedingungen erhebliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Betriebe, zur Verbesserung der Qualität, zur Sicherung der Tiergesundheit und zur Optimierung der Haltungs- und Produktionsabläufe umgesetzt.“
Dazu gehörten unter anderem die Neuordnung der tierärztlichen Betreuung, die Anpassung von Impf- und Hygienekonzepten, die weitere Stabilisierung der Tierbestände, Investitionen in technische Anlagen sowie eine engere Kontrolle der Produktions- und Verladeprozesse. Auch die Qualitätssicherung im Bereich der Ferkelvermarktung wurde weiter verschärft.
Die wirtschaftliche Gesamtsituation bleibt dennoch anspruchsvoll. Der Schweine- und Ferkelmarkt hat sich zuletzt deutlich eingetrübt. Die eigentlich übliche saisonale Erholung im Frühjahr und Sommer fiel schwächer aus als erwartet. Aktuelle Marktindikatoren zeigen weiterhin erheblichen Druck auf Erzeugerpreise, während Futter-, Energie-, Tierarzt- und Betriebskosten für viele Betriebe eine hohe Belastung darstellen.
„Die Marktlage spielt in der täglichen Betriebsfortführung eine zentrale Rolle“, so Zimmermann. „Die Betriebe müssen jeden Tag wirtschaftlich geführt werden. Gleichzeitig dürfen wir die langfristige Perspektive nicht aus den Augen verlieren. Genau deshalb ist die heutige Entscheidung der Gläubiger zur Fortführung so wichtig.“
Im weiteren Verfahren sollen die laufenden Gespräche mit Interessenten und Finanzierungspartnern fortgesetzt werden. Ziel bleibt eine Lösung, die sowohl den Fortbestand leistungsfähiger Standorte als auch eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger ermöglicht.
„Wir halten an einer guten Lösung für die Gläubiger fest“, erklärt Insolvenzverwalter Zickuhr. „Die heutige Zustimmung gibt uns dafür den notwendigen Rückenwind.“



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