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Schweinepreis bricht ein, Diesel auf Rekordniveau: Jetzt zählt die Liquidität „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?“

vor 4 Tagen
5 Min. Lesezeit

16.09.2026


Was als Liedzeile bekannt ist, beschreibt die Situation vieler Schweinehalter derzeit ziemlich treffend.



Der Schweinemarkt steht erneut massiv unter Druck. Die VEZG hat die Notierung am 16. September 2026 um 15 Cent auf nur noch 1,45 €/kg Schlachtgewicht gesenkt. Als Gründe werden unter anderem ein saisonal steigendes Lebendangebot, schwache Nachfrage und reduzierte Schlachtzahlen genannt. Einzelne Schlachtunternehmen sollen ihre Stückzahlen sogar um 20 bis 40 % zurückfahren.



Gleichzeitig steigen die Betriebskosten weiter. Besonders deutlich zeigt sich das derzeit beim Diesel: Mitte September lagen die bundesweiten Tankstellenpreise laut top agrar im Durchschnitt bereits bei etwa 2,40 bis 2,50 Euro je Liter.

Für landwirtschaftliche Betriebe entsteht damit eine gefährliche Kombination:


Die Erlöse sinken – während wesentliche Kosten hoch bleiben oder weiter steigen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wo der Schweinepreis in vier oder acht Wochen stehen wird.


Die wichtigere Frage ist:


Wie lange reicht die Liquidität?

Niemand kann heute zuverlässig vorhersagen, wann sich der Schweinemarkt wieder nachhaltig erholt. Genau deshalb sollte die betriebliche Planung nicht auf der Hoffnung beruhen, dass es „bald schon wieder besser wird“.


Ein Betriebsleiter sollte vielmehr beantworten können:

  • Wie hoch ist meine tatsächlich verfügbare Liquidität heute?

  • Welche Einzahlungen erwarte ich in den kommenden 13 Wochen?

  • Welche Zahlungen werden wann fällig?

  • Wie wirken sich niedrigere Schweine- oder Ferkelpreise auf meinen Kontostand aus?

  • Welche Kreditlinien stehen noch zur Verfügung?

  • Was passiert, wenn sich Erlöse verschieben oder weiter zurückgehen?

  • In welcher Woche entsteht erstmals eine Finanzierungslücke?

  • Und vor allem: Wie viel Zeit bleibt mir dann noch zum Handeln?


Genau darauf habe ich auch in meinem aktuellen Interview mit top agrar hingewiesen: Nicht die Größe eines Betriebes entscheidet darüber, ob eine Krise beherrschbar bleibt. Entscheidend ist am Ende die Liquidität. Wer Schwierigkeiten erst erkennt, wenn Konto und Futtersilo fast leer sind, hat kaum noch Handlungsspielraum.



Eine BWA allein reicht nicht


Die betriebswirtschaftliche Auswertung ist wichtig. Sie schaut aber im Wesentlichen darauf, was bereits passiert ist.


In einer angespannten Liquiditätssituation brauchen wir zusätzlich den Blick nach vorne.

Deshalb arbeiten wir in Krisensituationen regelmäßig mit einer rollierenden Liquiditätsplanung.


Für landwirtschaftliche Betriebe bietet sich beispielsweise eine Planung über mindestens 13 Wochen an.

Dabei geht es nicht darum, eine perfekte wissenschaftliche Prognose aufzustellen. Viel wichtiger ist, systematisch sichtbar zu machen:


Wann kommt welches Geld herein – und wann muss welches Geld tatsächlich heraus?


Gerade in Schweine haltenden Betrieben können zwischen wirtschaftlicher Leistung, Rechnungsstellung und tatsächlichem Geldfluss erhebliche zeitliche Unterschiede liegen.

Ferkel- oder Mastschweineerlöse fallen nicht gleichmäßig jede Woche an. Tilgungsraten, Pachten, Versicherungen, Umsatzsteuer oder größere Futtermittelrechnungen ebenfalls nicht.

Deshalb reicht es nicht, einen Monatsdurchschnitt durch vier zu teilen und davon auszugehen, dass jede Woche gleich aussieht.


Hier gibts die Excel 13-Wochen-Liquiditätsplanung für Schweinebetriebe





Um Betrieben einen einfachen Einstieg zu ermöglichen, stellen wir bei INTERIM MV eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung für Schweinezucht und Schweinehaltung kostenlos zur Verfügung.

Die Excel-Datei kann unverbindlich heruntergeladen und für den eigenen Betrieb angepasst werden.




Die Vorlage enthält unter anderem eine Erfassung der aktuellen Kontostände und eine Liquiditätsvorschau über 13 Wochen.

Berücksichtigt werden typische Einzahlungen wie Ferkelerlöse, Mastschweineerlöse, Zucht- und Schlachtsauenerlöse, Prämien, Nebenbetriebe und sonstige Betriebserträge.

Auf der Auszahlungsseite können unter anderem Viehzukauf, Futtermittel, Tierarzt und Medikamente, Personal, Lohnarbeit, Diesel und Schmierstoffe, Maschinenkosten, Gebäude, Versicherungen, Strom, Wasser, Pachten, Zinsen, Umsatzsteuer, Investitionen und Tilgungen abgebildet werden.


Die Planung stellt anschließend den voraussichtlichen Liquiditätsbestand den vorhandenen Finanzierungsmöglichkeiten gegenüber.


Damit lässt sich beispielsweise erkennen:

In welcher Woche reicht das vorhandene Geld möglicherweise nicht mehr aus?


Genau diese Information ist für weitere Entscheidungen entscheidend.


Nicht nur den wahrscheinlichsten Fall rechnen

Wer die Planung erstellt, sollte aus meiner Sicht anschließend noch einen Schritt weitergehen.

Was passiert beispielsweise, wenn der Schweinepreis weitere 10 Cent fällt?


Was passiert, wenn ein geplanter Tierverkauf eine Woche später erfolgt?


Was passiert, wenn eine größere Futterrechnung früher bezahlt werden muss?


Was passiert, wenn die Bank eine Kreditlinie nicht erweitert?


Eine gute Liquiditätsplanung ist deshalb kein Dokument, das einmal erstellt und anschließend abgelegt wird. Sie muss rollierend fortgeschrieben werden.


Kontostände aktualisieren, tatsächliche Zahlungen eintragen, Annahmen überprüfen und jede Woche eine weitere Woche ergänzen.

So entsteht ein Frühwarnsystem.



Wenn Lieferanten bereits Druck machen, ist es nicht automatisch zu spät


Viele Betriebsleiter scheuen das Gespräch mit Banken oder Lieferanten, solange sie noch hoffen, die Situation selbst lösen zu können.

Aus unserer Erfahrung ist genau das häufig ein Fehler.

Auch in meinem Gespräch mit top agrar war das ein wesentlicher Punkt: Die „Reißleine“ bedeutet nicht automatisch Insolvenzantrag. Vorher können beispielsweise Gespräche mit Banken und Gläubigern, Sanierungsmaßnahmen, Restrukturierungen oder andere Lösungen geprüft werden.



Und selbst wenn die Situation bereits weiter fortgeschritten ist, gilt:


Reden. Nicht abtauchen.


Das gilt auch, wenn

  • Lieferanten nur noch gegen Vorkasse liefern,

  • ein Futtermittellieferant die Belieferung eingestellt hat,

  • Kreditlinien ausgeschöpft sind,

  • Lastschriften zurückgehen,

  • Raten nicht mehr eingehalten werden können,

  • Mahnungen oder bereits Zwangsmaßnahmen laufen.


Gerade in der Tierhaltung kommt hinzu, dass der Betrieb nicht einfach für einige Wochen stillgelegt werden kann. Futter, Wasser, Strom, Lüftung, Tierarzt und Betreuung müssen jeden Tag gewährleistet sein. In einer akuten Krise stehen deshalb teilweise nicht Wochen, sondern nur wenige Tage oder Stunden für Entscheidungen zur Verfügung.




Lieferanten müssen einem wirtschaftlich angeschlagenen Betrieb zwar keinen weiteren Kredit einräumen. Erfahrungsgemäß können aber klare Kommunikation, konkrete Zahlungsvereinbarungen, Vorkasse oder andere abgesicherte Zahlungswege dazu beitragen, eine Versorgung weiter sicherzustellen.



Wir haben unser „Pig Team“ bei INTERIM MV erweitert


Aufgrund der aktuellen Entwicklung und unserer Erfahrungen aus verschiedenen landwirtschaftlichen Krisen- und Insolvenzmandaten haben wir unser „Pig Team“ bei INTERIM MV personell und fachlich weiter ausgebaut.


Wir unterstützen Betriebe unter anderem bei der Erstellung und Plausibilisierung von Liquiditätsplanungen, bei Kosten- und Krisenanalysen, bei der Vorbereitung und Begleitung von Bankgesprächen sowie bei Verhandlungen mit Lieferanten und weiteren Gläubigern.


Wenn eine Restrukturierung erforderlich wird, prüfen wir gemeinsam, welche Maßnahmen kurzfristig möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind.


Und auch wenn eine Insolvenz bereits droht oder nicht mehr vermieden werden kann, bedeutet das nicht, dass keine Gestaltungsmöglichkeiten mehr bestehen.


Der wichtigste Faktor ist fast immer die Zeit.

Mein Appell aus dem Interview mit top agrar bleibt deshalb unverändert:

Lieber einmal zu früh anrufen als drei Wochen zu spät. Ein erstes Gespräch führt nicht automatisch in ein Insolvenzverfahren. Es schafft zunächst die Möglichkeit, sich die Zahlen anzusehen, solange noch Handlungsspielraum besteht.



Unverbindliches Erstgespräch


Wer seine aktuelle Situation einmal mit einem externen Blick besprechen möchte, kann sich gern an uns wenden.

Das erste Gespräch und eine erste Kriseneinschätzung bieten wir unverbindlich und kostenfrei an.

Dabei geht es zunächst um drei Fragen:

Wo steht der Betrieb heute? Wie lange reicht die Liquidität? Und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen noch?

INTERIM MV


Unternehmensberatung | Krise | Restrukturierung | Insolvenzbegleitung



Wichtiger Hinweis zur kostenlosen Excel-Vorlage

Diesen Hinweis würde ich direkt unter dem Download-Button und zusätzlich noch einmal auf der Downloadseite aufnehmen:

Hinweis zur Nutzung:


Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung wird von INTERIM MV kostenlos und unverbindlich als allgemeine Arbeitshilfe zur Verfügung gestellt. Die Vorlage wurde nach bestem Wissen erstellt, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Fehlerfreiheit oder Eignung für einen bestimmten Betrieb oder Anwendungsfall. Insbesondere können Formeln, Berechnungen, Bezeichnungen oder Zuordnungen Fehler enthalten.

Die Nutzung, Bearbeitung und Anpassung der Datei erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung des Nutzers. Die Vorlage ersetzt weder eine individuelle betriebswirtschaftliche Prüfung noch eine steuerliche, rechtliche oder insolvenzrechtliche Beratung. Aus den in der Datei dargestellten Berechnungen können insbesondere keine verbindlichen Aussagen über Zahlungsfähigkeit, Überschuldung, Sanierungsfähigkeit oder eine etwaige Insolvenzantragspflicht abgeleitet werden.

Eine Haftung von INTERIM MV für unmittelbare oder mittelbare Schäden, Folgeschäden oder wirtschaftliche Entscheidungen, die auf Grundlage der Nutzung der Vorlage getroffen werden, ist soweit gesetzlich zulässig ausgeschlossen. Gesetzlich zwingende Haftungstatbestände bleiben unberührt.

Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten, drohenden Liquiditätsengpässen oder Zweifeln an der Zahlungsfähigkeit sollte frühzeitig fachkundige Beratung eingeholt werden.

 
 
 

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